Hypnosetherapie

Hypnose-kein Wundermittel

Aber geeignet zur Aktivierung des Lebenswillens.

 

Der deutsche Arzt Franz Anton Mesmer entdeckte den "animalischen Magnetismus" vor genau 200 Jahren und schrieb ihm ein "wohltuendes Fluidum" zu, das von einem Wesen auf ein anderes übertragen werden könnte.

 

Was wir heutzutage als Hypnosebezeichnen, wurde dann bis zur Erfindung des ersten Schmerzmittels Chloroform häufig bei Operationen eingesetzt.

 

Doch mit der klassischen Vorstellung von der Hypnose, wie sie in der Bevölkerung in der Regel heute noch gesehen wird - ein Patient wird in Schlaf versetzt, ihm werden heilsame Formeln suggeriert, und nach dem Aufwachen ist er einfach gesund - haben die heutigen Hypnosetherapien nur noch wenig zu tun.

 

Das heutige Verständnis von Hypnose in der medizinischen und therapeutischen Behandlung geht vielmehr davon aus, dass zwar der Trancezustand nach wie vor genutzt wird, aber in erster Linie dazu dient, frühere Lernerfahrungen des Patienten zu reaktivieren und sie für die Heilung nutzbar zu machen.

 

Was ist Hypnose wirklich?

Die medizinische Hypnose ist ein vertiefter Ruhezustand, wie er auch im täglichen Leben eines Menschen immer wieder vorkommt oder bewusst durch bestimmte Meditationstechniken herbeigeführt werden kann.

 

Dieser Zustand hat nichts mit Schlaf zu tun, wie der griechische Wortstamm "hypnos" nahe legen könnte.

 

Im Gegenteil, in Hypnose ist das Bewusstsein auf bestimmte Bereiche konzentriert.

Deshalb kann sogar mehr erinnert und visualisiert werden als im Alltagsbewusstsein.

Alles Gesprochene wird gehört und kann nach der Rückführung aus der Hypnose erinnert werden.

 

Dieses vertiefte Bewusstsein im Hypnosezustand kann weitreichende Heilwirkungen auslösen. Im alltäglichen Leben geraten wir oft in hypnoseähnliche Zustände, ohne uns dessen bewusst zu sein .

 

Bestes Beispiel ist der berühmte "Fernsehschlaf", aber auch Werbung, Schule und andere Institutionenschaffen Bewusstseinsveränderungen, um bestimmte Suggestionen anzubringen - meist mit Erfolg.

 

Fixation des Bewusstseins, Monotonie und bedingte Reflexe lösen von selbst solche Zustände aus.

 

Hier droht allerdings wegen der Unbewusstheit des Vorgehens die Gefahr, dass auch unerwünschte Suggestionen aufgenommen werden.

 

Sinnvoller ist es natürlich, die Hypnose, wie es in der therapeutischen Anwendung geschieht, bewusst herbeizuführen und zu erleben, sie zur Gesundung und größeren Bewusstwerdung zur Beeinflussung des Menschen einzusetzen.

 

In zwischen ist weitgehend bekannt, dass Krankheiten vorwiegend aus dem Unterbewussten kommen und der Körper "nur" die Ausdrucksebene, aber nicht die Ursachenebene ist.

 

Das Unbewusste speichert die Ursachen der meisten seelischen und körperlichen Erkrankungen, die überwiegend aus dem Erlebten der frühen Kindheit kommen. Es werden aber auch hier alle verdrängten Erlebnisinhalte sowie unentwickelte Persönlichkeitsanteile gespeichert.

 

Die Unzulänglichkeit der reinen Symptombehandlung ist mittlerweile offensichtlich geworden.

Demnach kann Gesundheit nur aus der Psyche kommen, indem man die ursächlichen Störungen beseitigt und das natürliche Gleichgewicht, die innere Harmonie wieder herstellt.

 

Schlüssel zum Unbewussten ist die Hypnose

In diesem tiefen Ruhezustand können Verdrängungen bewusst gemacht, verdrängte Erlebnisse aufgearbeitet und die Seele zu einer höheren, bewussteren Harmonie gebracht werden.

 

Der Patient selbst kann die Ursachen finden, da er sein eigenes Unbewusstes im Grunde kennt. Alle Formen der Therapie können in der Hypnose viel tiefere Wirkungen erbringen und kann in Bewusstseinsschichten arbeiten, die bei den prägenden frühkindlichen und verursachten Situationen besonders beteiligt waren.

 

Da beim Menschen alles Erlebte im Alter bis zu drei Jahren sich besonders tief ins Unbewusste einprägt (das Kind lebt bis zum dritten Lebensjahr in einem hypnotischen Zustand), ist es wichtig, diese Fehlprägungen aufzulösen und zu verarbeiten.

 

Dies kann am effektivsten durch die tiefenpsychologische Hypnose erfolgen.

 

Aktivierung des Lebenswillens

Keine persönlichkeitsverändernde Suggestionen werden angestrebt, vielmehr und gerade eine Befreiung von früheren unbewussten oder durch Erziehung angenommenen Suggestionen und Ängsten soll erreicht werden.

 

Die analytische Hypnose arbeitet ursächlich, nicht gegen die Krankheit, sondern will durch diese zu einer bewussteren Gesundheit gelangen.

 

So eingesetz macht sie nicht nur wieder gesund, sondern "heilt" das heißt, sie verhilft zu Entwicklung der Persönlichkeit, zur Bewusstseinserweiterung und zur freien Selbstverwirklichung.

 

Hypnose freilich darf und kann nicht losgelöst von der sonstigen therapeutischen Behandlung praktiziert werden.

 

Sie ist auch kein Wunderheilmittel, sondern eine begleitende Maßnahme für Patienten, deren physisch und psychische Kondition es erlaubt, sich dieser Therapie anzuvertrauen.

Hypnose ist vor allem geeignet, den Lebenswillen zu stärken.

 

Die Medizinische Hypnose, die zu Heilzwecken verwendet wird, ist eine sensible und individuelle therapeutische Beziehung zwischen Therapeut und Patient.

 

Die Anwendungsbereiche der therapeutischen Hypnose ist recht umfangreich

Der Trancezustand kann sowohl für die Behandlung von Angstzuständen, für psychosomatische Erkrankungen wie auch bei chronischen Erkrankungen genutzt werden.

 

Indikationen der medizinischen Hypnose

Besonders angezeigt ist die Hypnose bei seelischen Störungen (Ängste, Zwänge, Fehlverhalten, funktionellen Störungen, Sprachproblemen usw.), Suchtkrankheiten (Nikotin, Alkohol, Übergewicht, Drogen, Spielsucht usw.), psychosomatische Erkrankungen (Hautkrankheiten, Allergien, Erkrankungen des Immunsystems), Geburtsvorbereitung.

 

Gezielt einsetzbar ist die Hypnose auch bei allen lösungsorientierten Interventionen wie im Bereich von Schule, Sport und vielen weiteren sozialpädagogischen/sozialtherapeutischen Bereichen.

 

 

Aber auch alle anderen Erkrankungen, die ja letztlich immer Leiden der Seele sind, können in Hypnose behandelt werden:

Sämtliche organische Vorgänge wie Drüsenfunktionen, Herztätigkeit, Bluthochdruck, alle Muskel- und Nerventätigkeiten sind in der Hypnose beeinflussbar, allerdings ohne Nebenwirkungen.

 

Ebenso wird die Hypnose da und dort schon in der zahnärztlichen Praxis angewandt.

 

Auch ist Hypnose sehr gut in der Kinderheilkunde (Verhaltenstherapie) einsetzbar

Ein "großes Missverständnis" in der Geschichte der Hypnose ist es, dass Hypnose als eine Art Abhängigkeit vom behandelnden Therapeuten angesehen wird.

 

Dem ist es aber nicht so.

 

Gerade leicht hypnotisierbare Menschen besitzen vielmehr eine relativ große Unabhängigkeit. Sie haben keine Angst, die Realitätskontrolle zu verlieren.